Mongolische Geschichte
In Altertum und Antike war die
Mongolei aufgrund des unwirtlichen Klimas fast ausschließlich von
nomadischen Viehzüchtern besiedelt. Im weiten Land existierten nur
sporadisch kleinere Städte der Samojeden, Uiguren sowie einige unter
chinesischem Einfluss. Während dieser Zeit kam es
bereits mehrfach zu Angriffen einzelner Stämme auf China oder die
westlich gelegene Seidenstraße durch Zentralasien.
Im Mittelalter
gelang es dann Dschingis Khan (1162-1227), die mongolischen Stämme in
einem Staat zu vereinen und für Jahrhunderte ein Weltreich zu
errichten, das 1240 sogar bis Mitteleuropa reichte. Sein Enkel Kublai
Khan (auch Chubilai oder Khubilai; † 1294 in Peking) errichtete die
Yuan-Dynastie in China und übertrug buddhistischen Mönchen die
Verwaltung von Tibet.
Nach Schwächeperioden entstand um 1400 unter
Timur Lenk ein neues Großreich, dessen Reste zwischen 1690 und 1757 an
Chinas Qing-Dynastie gingen.
Kloster Erdene Zuu bei Kharkhorin (Karakorum)
Nach
dem Zusammenbruch des chinesischen Kaiserreichs im Jahre 1911 erklärte sich die Mongolei für
unabhängig, allerdings dauerte es (trotz russischer Hilfe) bis 1921,
die chinesischen Truppen endgültig aus dem Land zu vertreiben. 1924
wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen. In der Folge wurde das
Land ein Satellitenstaat der UdSSR.
Im Ehrgeiz der sowjetischen
Führung, aus der Mongolei einen modernen kommunistischen Staat zu
machen, wurde u.a. die traditionelle nomadische Viehwirtschaft
bekämpft, was große wirtschaftliche Probleme verursachte.
Während der
Stalinistischen Säuberungen 1937/38 wurden etwa 38.000 Mongolen
ermordet, darunter fast die gesamte Intelligenz des Landes und ca.
18.000 buddhistische Mönche. Die buddhistischen Klöster der Mongolei
mit ihren wertvollen Kulturgütern und Bibliotheken wurden fast alle
unwiederbringlich zerstört.
Beim Gandan Kloster in Ulaanbaatar (Ulan Bator)
Unter
dem Eindruck der Veränderungen in Osteuropa entstand 1990 auch in der
Mongolei eine Demokratiebewegung. Die ersten freien Wahlen wurden 1992
abgehalten. Heute ist die mongolische Demokratie stabiler als die aller
anderen Staaten Zentralasiens.
Für die Präsidentenwahl im Mai 2005
standen mit je zwei ehem. Regierungschefs und Industriellen sogar vier
angesehene Persönlichkeiten zur Wahl. Hauptthemen des Wahlkampfs war
die Marktwirtschaft und der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und
Korruption. Diese wird allerdings beiden Berufspolitikern unter den
Kandidaten nachgesagt.
Von 1990 bis 1996 regierten
die Reformkommunisten (MRVP) das Land, dann die liberalere
"Demokratische Partei" bis 2000. Seit der Parlamentswahl 2004 gibt es
eine Große Koalition der MRVP mit einem Bündnis demokratischer
Parteien.
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